Ökologisches Bauen

Bei der Bauweise unseres Hostels in Tena spielt die Auswahl lokal produzierter nachwachsender Rohstoffe eine bedeutende Rolle. Neben dem Einsatz von lokalen Hölzern, die z.T. aus Windwurf stammen, und den Blättern der Palme Paja Toquilla als aufwändige, aber sehr attraktive und mikroklimatisch vorteilhafte Dach- bedeckung ist der Einsatz von Bambus als Baustoff ein für uns wichtiges und zukunftsweisendes Thema.

Der zur Familie der Süßgräser gehörende Bambus bietet gegenüber dem Baustoff Holz entscheidende Vorteile: Der von uns verwendete Guadua-Bambus (Guadua angustifolia) ist im Umland von Tena heimisch. Da es sich um ein verholztes „Riesengras“ mit sehr zügigem Wachstum in Form von Horsten handelt, wird bei der Ernte nicht die gesamte Pflanze vernichtet, sondern es werden nur die reifen, ausreichend großen und gerade gewachsenen Bambusrohre geerntet, während der Horst als solcher intakt bleibt und weiter produziert. Aufgrund des Hohlraums im Inneren der Bambusrohre haben diese ein relativ geringes Eigengewicht bei sehr hoher Materialqualität, was das Fällen und den Transport vereinfacht.

Das Bauen mit Bambus hat in Ecuador bedauerlicherweise und zu Unrecht oft das Image des Arme-Leute-Baustoffs. Es ist uns daher ein Anliegen, durch unser Hostel in Tena ein gutes Beispiel für die Qualitäten dieses ökologischen Baumaterials zu geben und in diesem Sinne Pioniere in der Provinz Napo zu sein, in der trotz vorhandenen Materials im Gegensatz zu ecuadorianischen Küste bislang sehr wenig Interesse an der Bambusarchitektur besteht. Besonders positiv ist daher die Mitarbeit eines aus der Region stammenden Kichwa-Handwerkers, von dessen in Fortbildungen erlangtem technischen Können wir bei unserem Bambusbau profitieren konnten.